Der Sechste Kondratieff

Es klingt wie ein Adelstitel, der 6. Earl of Douglas, oder der 9. Duke of Wellington. Der 6. Kondratieff… und wie heiß wird er ersehnt! Dass er doch bald herab kommen möge zu uns, die Welt aus ihrem Schmerz zu erlösen, ja aus bitterster Not, hat sie den Tod durch Hunger und Durst doch schon nahe vor Augen… Denn es mangelt ihr an dem Nötigsten, an ihrem Lebenselixier, die Kammern und Reservoirs sind leer, es finden sich keine neuen, die man erschließen könnte, es ist eine wahres Grauen, denn was ihr so bitter nötig fehlt, hat auf dieser großen gottverlassenen Welt niemand mehr: es ist – etwas, das fehlt.

Aber ohne etwas, das fehlt, das wirklich Vielen fehlt, das alle an ihre Sparschweine stürmen lässt, um sie zu schlachten, oder an die Bankschalter, um einen Kleinkredit aufzunehmen, und das darum die Investoren jubeln lässt – gibt es kein Wachstum! Das ist doch das Lebenselixier dieser renditehungrigen Welt, und er, der 6. Kondratieff, der lange Verheißene, wird es ihr bringen. Wachstum! Hosianna!

Was hat man sich alles schon ausgedacht, was den 6. Kondratieff auslöst, und was er mit sich bringt. Ein Öko-Kondratieff! Ein Bio-Kondratieff! Ein Nano-Kondratieff! Ein Ganzheitliche-Gesundheit-Kondratieff!

Eine groß angelegte Trend-Analyse der „Allianz“ aus 2010 etwa fragte: „Markiert die Finanzkrise vielleicht die Geburt eines neuen 6. Wohlstandszyklus? Sind vielleicht die Bereiche Umwelt, Biotechnologie und Gesundheit die ökonomischen Kraftquellen von morgen? Können sie uns zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad führen?“

Na bitte – Gesundheit! Ein ganz neues Produkt, und ein vorher nie gekanntes Bedürfnis. Oder das Wissen, auch ein ganz neuartiges Produkt, das vielen gänzlich unbekannt geblieben war, und das nun ein intensives Verlangen auslöst: „Der Weg der Industriestaaten hin zu einer Wissensökonomie scheint bereits vorgezeichnet. Es ist daher wahrscheinlich, dass von ihnen auch der 6. Kondratieffzyklus ausgehen wird.“ Ein Wissensökonomie! Das muss ja einen explosiven Wachstumsschub auslösen, waren doch alle Ökonomien bisher Unwissensökonomien.

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Totale Dekaputation

Dekaputation – es ist ein schreckliches Wort, und ein noch viel schrecklicherer Anblick.

Es geht hier auch nur um die geistige Dekaputation, um das Schwinden der Köpfe der Gesellschaft, die ihr eigentlich helfen sollen beim Denken und bei der Orientierung, die also für die Gesellschaften das übernehmen sollten, was der Kopf für den einzelnen Menschen erledigt.

Das wären eigentlich die Eliten, die Spitzen der Gesellschaft, in der Wirtschaft, in den Medien, in den Universitäten und in der Politik. Aber sie sterben weg, oder sie schrumpfen. Schrumpfkopf-Eliten, oder, wie der nun schon geschasste Gabor Steingart gerade noch so schmerzlich treffend beklagte: verwahrloste Schrumpfkopf-Eliten.

Wer regiert uns stattdessen – die Algorithmen. Und das sind nicht die Algorithmen der KI, von denen in letzter Zeit so viel geschwafelt wurde, sondern die Algorithmen der Asset-Manager, der Vermögensverwalter, die damit berechnen, wo gerade wieder ein lohnendes Investment aufgetaucht ist, ein junges Unternehmen vielleicht, mit Idealismus von jungen Unternehmern aufgebaut, das anfängt, Gewinne abzuwerfen, und das man darum gerne besitzen möchte. Die Algorithmen berechnen das Risiko eines Investments. Zeigen die Werte auf Kaufen, ist das junge Unternehmen bald verschwunden in einem der vielen Seen von Geld, in denen die Vermögensverwalter der Welt schwimmen.

Aber diese Algorithmen können nicht berechnen, wie lange dieses Spiel auf dieser Welt noch gespielt werden kann. Es gibt keinen Meta-Algorithmus, der eines Tages, wenn ein Algorithmus wieder eine Kauf-Order ausgespuckt hat, ein Alarmsignal ertönen lassen würde, und vorrechnen, dass mit diesem letzten Kauf das Vermögen der Weltwirtschaft, reale Wertzuwächse zu erzielen, zum Erliegen kommt. Vielleicht ist dieser Punkt sogar schon lange überschritten.

Es gibt auch keine Eliten mehr, keine Intellektuellen, keine Journalisten (wie Schirrmacher und Steingart noch welche waren), keine Wissenschaftler, keine Politiker, die auf diese Gefahr hinweisen würden. Und schon gar nicht gibt es hörbare Stimmen, die sagen würden, was denn darob nun zu tun sei. Alle beugen sich der Macht der Algorithmen, und haben ihre Köpfe auf Notfunktionalität zurückgeschaltet, es arbeiten überall nur noch die Kleinhirne, mit denen man einen Wirklichkeitsausschnitt verarbeiten kann etwa wie bei höherentwickelten Tieren, mit einer Vorausschau von einer Woche vielleicht, oder, na gut, maximal von einer Wahlperiode, aber es sind keine anderen Werte und Ziele und Reize verarbeitbar als die: was sichert mir das Fressen. Kultur, gesellschaftliche Verantwortung, Gestaltung der Lebenswirklichkeit, Humanität, Ästhetik, das Reich der Freiheit, Vernunft: das findet nicht mehr statt. Die Propheten der Vernunft und der Macht des verbindenden und verbindlichen Wortes sind umsonst gestorben.

Es ist eine entsetzlich bedrückende Situation, in der die Welt sich befindet. Die Welt wird regiert vom „Schattensektor“, den Geldseen der Vermögensverwalter und deren Algorithmen.

Sind die denn nun das personifizierte Böse, dessen man sich einfach entledigen müsste? Hans-Jürgen Jakobs lässt Theodor Weimer zu Wort kommen, den Chef der HypoVereinsbank in München und Vorstand der Großbank UniCredit: »Dahinter stecken Private-Equity-Fonds, Hedgefonds, Vermögensverwalter, die Geld von Leuten einsammeln, die zu viel Geld haben. Das sind nicht irgendwelche bösen Buben oder Reiche, das sind normale Menschen. Die Fonds müssen aber Erträge generieren.“

Und wie sie das schaffen können, errechnen halt die Algorithmen. Sie selber waschen ihre Hände in Unschuld.

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BWL contra VWL

Wenn etwas betriebswirtschaftlich richtig ist, ist es volkswirtschaftlich oft falsch, und anders herum.

Eine private Rentenversicherung zum Beispiel mag betriebswirtschaftlich richtig sein. Menschen sparen jeder für sich, ganz privat, Geld an, und sorgen so für das Alter vor. Da Versicherungsgesellschaften sich damit auskennen, sammeln sie das Geld von vielen Sparern ein, und legen es gewinnbringend an, so dass jeder einzelne Sparer am Ende mehr zurück erhält, als wenn er sein Geld einfach in die Sparbüchse steckte. Und er erhält auch noch eine Rentengarantie, das heißt die private Rentenversicherung verspricht eine lebenslange Rentenzahlung, und geht das Risiko ein, einen Verlust zu erwirtschaften, wenn die zugesagte Rente zu hoch ist oder der Rentenbezieher länger lebt als kalkuliert.

Wenn sie scharf kalkuliert, und das Geld der – möglichst vielen – Sparer gut anlegt, können Versicherung und Sparer damit gut fahren.

Aber diese Wahrscheinlichkeit, dass das Geld gewinnbringend angelegt werden kann, nimmt ab, je reicher die Volkswirtschaften schon geworden sind. Und das ist es, was in den letzten 70 Jahren geschehen ist, und was die reichen Volkswirtschaften seit mindestens zwei Jahrzehnten nun immer deutlicher vor Augen haben.

Es ist im Grunde eine einfache Rechnung: es kommt auf das Verhältnis zwischen dem gesamten angesammelten Sparvermögen, und dem Bruttoinlandsprodukt einer Volkswirtschaft an. Wenn das Sparvermögen zu groß wird, kann die gesamte volkswirtschaftliche Leistung die kalkulierten Renditen der vielen Sparer nicht mehr erwirtschaften.

Man muss sich einmal folgende Zahlen vor Augen führen: 1990 betrug das Weltfinanzvermögen 56 Billionen US Dollar, und das Welt-BIP 23 Billionen US-Dollar. Das Verhältnis lag also etwa bei 1 : 2.4, und das Finanzvermögen war damit gut doppelt so groß wie das BIP. 2015 aber war das Weltfinanzvernögen auf 267 Billionen US-Dollar angewachsen, das Welt-BIP aber nur auf 73 Billionen US-Dollar. Das Verhältnis lag nun bei 1 : 3.66, schon fast dem Vierfachen des BIP. Und wenn man sich die Verhältnisse in einzelnen reichen Staaten anschaut, wird das alles viel krasser und extremer. Etwa das Buch „Wem gehört die Welt“ von Hans-Jürgen Jakobs, lange Zeit Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung und später Chefredakteur des Handelsblatt, ist hier ein Augenöffner.

An dem Punkt wird das, was betriebswirtschaftlich richtig ist, aus einer gesamtvolkswirtschaftlichen Sicht immer falscher, je weiter das Verhältnis zwischen Sparvermögen und BIP sich auseinanderentwickelt.

Richtiger wäre dann, was die Renten angeht, eine gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageprinzip, wie es vor der Privatisierungswelle ja üblich war. Die eine junge Generation bezahlt der anderen älteren Generation ihre Renten. Dann spielen Renditen und Verzinsung und der Kapitalmarkt überhaupt keine Rolle. Es darf sich nur die Zahl der Rentenbezieher und der Einzahler nicht zu sehr auseinanderentwickeln.

Das allerdings wird mit zunehmendem Verschwinden der Vollzeitarbeitsplätze auch immer mehr der Fall sein. Was dann?

Auch mit Blick auf die Verteilung der Beschäftigung in einer Volkswirtschaft ist es so: was betriebswirtschaftlich richtig ist, ist volkswirtschaftlich gesehen falsch. Jeder einzelne Betrieb sichert seine Existenz und damit die Arbeitsplätze seiner Beschäftigten, indem er ein gutes Ergebnis erzielt. Das Ergebnis ist die Zahl, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unten steht. Wenn die Einnahmen höher sind als die Ausgaben eines Jahres, dann steht unten eine schwarze Zahl. Wenn der Betrieb auf hohes Interesse trifft bei seinen Kunden, kann er seine Tätigkeit ausweiten, Mitarbeiter einstellen und, wenn er sonst alles richtig macht, seinen Gewinn steigern.

Bleibt die Nachfrage konstant, weil die Konkurrenz ja auch noch da ist und nicht schläft, wird der Betrieb schauen, wo er Kosten sparen kann. Oft fällt der Blick dann eben auf die Beschäftigten, die das meiste Geld kosten. Wenn möglich, werden welche entlassen, oder keine neuen eingestellt, wenn welche gehen.

Je mehr die Wirtschaft insgesamt schon reich und wohlhabend ist, kommt es nun mehr und mehr zu einem ganz typischen Geschehen in der Volkswirtschaft: es kommt zu Firmenkonzentrationen, zu Druck auf die Löhne und die Beschäftigung, und auf die Politik, den Unternehmen das Leben zu erleichtern, indem die Steuern gesenkt werden und die Gesetzgebung gelockert. Es wird immer mehr das getan, das betriebswirtschaftlich richtig, aber volkswirtschaftlich falsch ist.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht müsste der Staat eigentlich immer mehr eingreifen und regulieren; dafür sorgen dass die Arbeitsplätze möglichst gleichmäßig verteilt werden, gegen Firmenkonzentrationen vorgehen, die Steuern eher erhöhen als senken, um sich die Möglichkeit des Eingreifens zu schaffen und zu erhalten. Die Staatsquote müsste eher erhöht werden, als gesenkt.

Da aber die gesamte Wirtschaft in diesen „schlechten“ Zeiten – die eigentlich „gute“ Zeiten sind, an der Höhe des erreichten Wohlstands gemessen – immer mehr von den Unternehmen abhängt, die die Menschen beschäftigen und den „Kuchen“ erwirtschaften, den es zu verteilen gilt, bekommen die Unternehmen und deren Interessenvertreter immer mehr Macht.

So kommt es zu der Polarisierung, die wir nun immer mehr beobachten. Die Sicht aus betriebswirtschaftlicher Perspektive wird immer radikaler, und die Sicht aus volkswirtschaftlicher Perspektive wird es auch. Wenn sich die Partner der neu geschmiedeten Großen Koalition endlich zusammenfinden zu einem Kompromiss zwischen der betriebswirtschaftlichen Sicht (eher CDU) und der volkswirtschaftlichen Sicht (eher SPD), sind die „Radikalen“ aus beiden Lagern unzufrieden.

Und diese Polarisierung zwischen zwei Sichten, die eigentlich beide richtig sind, nimmt immer mehr zu, je weiter der geschaffene Reichtum der Volkswirtschaften anwächst, und je mehr die Frage im Vordergrund steht, wie denn nun noch neue Bedürfnisse und neue Beschäftigung geschaffen werden können.

Genau genommen ist natürlich die volkswirtschaftliche Sicht die richtigere, denn das Verhalten aus der betriebswirtschaftlichen Sicht führt am Ende dazu, dass die Wirtschaft kollabiert. Leider kann die volkswirtschaftliche Sicht sich eben immer schlechter durchsetzen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es richtig, Aktien zu kaufen, so lange die Kurse steigen. Wenn das alle tun, steigen die Kurse auch, aber immer nur so lange, bis die Blase platzt. Wenn immer alle das tun, was betriebswirtschaftlich richtig ist, kommt es am Ende zum grandiosen Kapitalkollaps. All dies wird immer extremer und immer schwerer zu bändigen und zu regulieren und zu kontrollieren, je größer der Reichtum schon geworden ist, je gigantischer die Vermögen angeschwollen sind, je stärker die Spitzeneinkommen der Topmanager und die Durchschnittslöhne auseinanderklaffen, und je mehr die Arbeitsplätze schwinden und unsicherer werden.

Was kann man tun?

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GroKo, nix Großes

Was ist denn was Großes? was ist denn was Großes? das ist doch Blödsinn!

Das war Andrea Nahles‘ Erwiderung auf die Mahnung des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, es müsse in der Politik der SPD um etwas Großes gehn, und sie müsse sich in der Opposition darauf besinnen, um wieder zu Verstand und Kräften zu finden.

Nun ist Andrea Nahles (noch designierte) Parteivorsitzende, und der gerade erst mit 100 Prozent gewählte Hoffnungsträger Martin Schulz „freiwillig“ abserviert. Um nun doch ein Amt in der Regierung Merkel anzutreten, was er zuvor kategorisch abgelehnt hatte. Was ist denn was Großes – ja das alles mit Sicherheit nicht.

Dass Gabriel der nächsten Regierung nicht angehören würde, war von einigen – verschwörungstheoretisch – erwartet worden, denn er sei zu sehr von der großen Anti-Russland-Linie von NATO, USA und EU abgewichen. Er hat ja mehrfach eigenmächtig Besuche bei Putin eingefädelt, und sich in freundschaftlicher Harmonie mit diesem den Kameras präsentiert. Nun ist er verschwunden, in den hinteren Rängen des Parlaments, als Abgeordneter aus Goslar.

Das ist Real-Politik. Nichts Großes. Etwas Großes ist nicht real, das wird Kevin Kühnert auch noch lernen.

Für etwas Großes kann man die Massen nur dann erwärmen, wenn man es übermorgen erreichen kann, oder jedenfalls glauben kann, man könne es übermorgen erreichen. Zum Beispiel den Zaren stürzen, oder den Kaiser Wilhelm. Aber erreicht worden ist das Große dann ja meistens nicht.

Darum sieht Andrea Nahles das Große im Kleinen, und kämpft „wie eine Blöde“ für den Mindestlohn. Das sind zwar vielleicht nur ein paar Euro, aber die sind real. An den Sozialismus hat sie früher geglaubt, als sie noch selber Juso-Vorsitzende war. Das lächelt sie heute weg, wenn sie daran erinnert wird.

War der Sozialismus was Großes? Wer glaubt heute noch an den Sozialismus.

Um auf die Tagung in der Friedrich-Ebert-Stiftung zurückzukommen, im November in Berlin: da ging es um den „Digitalen Kapitalismus“, und ob das ein Hype sei. Ist ein Hype etwas Großes? Wer einmal reale 1,5 Euros für ein paar Millionen Menschen erkämpft hat, sieht mit anderen Augen auf Hype und Menschen, die von etwas Großem sprechen.

Aber heißt das denn, wir können uns heute die Besinnnung auf etwas Großes schenken, und die Besinnung auf die Frage, ob mit dem (digitalen oder nicht digitalen) Kapitalismus, in dem wir alle stecken, vielleicht auch viel mehr falsch läuft, als dass ein paar Millionen Menschen noch ein paar Euros mehr in der Tasche haben sollten?

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Atomkrieg, kurz vor dem Paradies

Diese Rede ist wirklich starker Tobak. Es geht um die Rede des britischen Generals Sir Nicholas Carter, Chief of the General Staff, seit 2014 oberster Militär der britischen Armee. Er hielt diese Rede am 22. 1. 2018 beim Royal United Services Institute in UK, und vertrat darin die Ansicht, dass die Russen Böses im Schilde führen: „Ich glaube nicht, dass es mit kleinen grünen Männchen beginnen wird. Es beginnt mit etwas, was wir nicht erwarten.“

Darum, glaubt der General, wird das so sein: „Vielleicht sollte man die heutige Situation mit dem Jahr 1912 vergleichen, als das russische zaristische Kabinett feststellte, dass es besser sei, jetzt zu kämpfen, denn 1925 wäre Russland im Vergleich zu einem modernisierten Deutschland zu schwach. Japan zog natürlich ähnliche Schlussfolgerungen im Jahr 1941. Und Russland macht sich Sorgen, denke ich, dass der Westen im nächsten Jahrzehnt einen technologischen Vorteil erlangen wird.“

Warum also darauf warten, denkt er, denken die Russen. Darum, will er sagen, könnte es bald losgehn, und zwar mit etwas, was wir nicht erwarten.

Einige Tage später dann dieser Artikel im Economist über die „wachsende Gefahr eines Großmacht-Konflikts.“ Da lesen wir: „In den letzten 25 Jahren hat der Krieg zu viele Leben gefordert. Doch während in Syrien, Zentralafrika, Afghanistan und im Irak ein ziviler und religiöser Konflikt entbrannt ist, ist ein verheerender Konflikt zwischen den Großmächten der Welt fast unvorstellbar geblieben. Nicht mehr, nicht länger.“

Da hört man donnernd den Paukenschlag. Ein verheerender Konflikt zwischen den Grossmächten war fast unvorstellbar – „no more, no longer“.

Dass in Syrien, Zentralafrika, Afghanistan und im Irak zivile und religiöse Konflikte entbrannt sind, erfahren wir nebenbei. Man dachte immer es handelt sich um Schauplätze des ewigen „War on Terror“, den die Amerikaner heldenhaft führen, um die Welt zu einem „besseren Ort“ zu machen. „The world is better off without Saddam“, hieß es zuerst, dann musste unbedingt Gaddafi weg, dann Assad. Und jetzt – Putin.

„Letzte Woche veröffentlichte das Pentagon eine neue nationale Verteidigungsstrategie, die China und Russland über den Dschihad als die größte Bedrohung für Amerika stellte“, heißt es weiter, und die Folge ist: „Ein Konflikt in einer Größenordnung und Intensität, der seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen wurde, ist von Neuem plausibel.“ Und, Achtung: „Die Welt ist nicht vorbereitet.“

Also: Prepare for War, liebe ahnungslose Welt.

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Das intelligente Unternehmen

Das Walldorfer Softwarehaus SAP gehört zu den wichtigsten Lieferanten für Unternehmenssoftware weltweit; etwa 80 Prozent des weltweiten BIP werden über Transaktionen von SAP-Systemen abgewickelt. Seit seiner Gründung 1972 ist es das Ziel seiner Software-Entwickler, die in einem Unternehmen notwendigen Abläufe und Transaktionen effizient zu unterstützen, und den Mitarbeitern dadurch ihre Arbeit zu erleichtern. Zunächst war es eine Finanzbuchhaltung, die die SAP-Gründer entwickelten, und die so intelligent angelegt war, dass Unternehmen sie individuell an ihre spezifischen Belange anpassen konnten, ohne jedoch die zuverlässigen Programme, die die jeweiligen Funktionen ausführten, zu verändern. Das war die Geburt der „Standard-Software“, die dazu führte, dass in Tausenden von Unternehmen die alten COBOL-Programme ausgemistet wurden, die jedes Unternehmen sich individuell hatte entwickeln lassen, und damit das Rad immer wieder neu erfinden musste, das andere längst erfunden hatten, und das sich dadurch abhängig machte von seiner Entwickler-Mannschaft, die als einzige dann in der Lage waren, die von ihnen selber entwickelten Programme zu pflegen und zu warten.

Darum kam dann die Ära der Standard-Software, und bescherte demjenigen Unternehmen, das die beste, solideste, am weitesten durchdachte und schnellste Standard-Software anbot, Jahre von stürmischem Wachstum. Dieses Unternehmen war bald ganz unangefochten das Haus SAP. Nach der Finanzbuchhaltung kamen immer weitere Module dazu, bis alle Unternehmensbereiche abgedeckt waren; es kam spezielle Software für produzierende Industrieunternehmen, für Banken, für Energieunternehmen, für Krankenhäuser, für Dienstleister und Behörden und für den öffentlichen Dienst.

Nach dem Aufkommen des Internet kam die Standardisierung der zwischenbetrieblichen Abläufe dazu, und die Kommunikation zwischen Kunden und Anbietern wurde erfasst und mit Software unterstützt. Die IT-Systeme der Unternehmen wurden größer und größer, genauso wie die Datenmengen, aber auch die Heere der Unternehmensberater, die damit beschäftigt waren, die jeweils neueste Generation von Software in den Unternehmen zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Das Haus SAP wuchs von den anfänglich fünf Gründern auf nun rund 85.000 Beschäftigte weltweit.

Warum kaufen Unternehmen diese Software? Um damit Geld zu verdienen. Sie wollen entweder dadurch Personal einsparen, oder ihre Leistung verbessern, also für Kunden attraktiver machen, so dass diese bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben. Das Prinzip bleibt immer gleich: sie wollen ihre Umsatzrentabilität verbessern, also pro eingesetztem Euro oder Dollar eine bessere Rendite erzielen. Am Ende sind es einige wenige nackte Zahlen, auf die die CEOs schauen, die Kapitaleigner und die Investoren. Am Ende entscheiden die Bilanzen.

Was tut aber ein Unternehmen, wenn sich durch Software seine Leistung nicht mehr wesentlich verbessern lässt? Und was tut ein Software-Hersteller wie SAP, wenn ihm die Ideen ausgehn, wie es seine Software noch attraktiver machen kann, so dass es seine 85.000 Beschäftigten weiter beschäftigen kann? Hier tun sich in der Tat, nach bald 50 Jahren erfolgreicher und sehr innovativer Software-Produktion, Schwierigkeiten auf.

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Elitenverwahrlosung, Nullzinsen und die neue Sicherheitsstrategie

In seinem Handelsblatt Morning-Briefing vom 30.01. schildert Gabor Steingart die haarsträubenden Hintergründe dieser neuesten Dimension des VW-Abgasskandals, des „Diesel-Gates“. VW hat an Tier- und zeitweilig sogar an Menschenversuchen die Gefährlichkeit der Abgasbelastung von Dieselabgasen testen lassen. Dem Dieseluntersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages lagen Berichte darüber vor, und dem ist es egal. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten teilt Steingarts Empörung: „Der Herausgeber des Handelsblatts hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Er nennt die Tests der Abgasbelastung an Affen und die damit einhergehende Kommentierung bzw. Ignoranz bei Wissenschaftlern, Wirtschaftsführern und Politikern eine Elitenverwahrlosung.“

Vor einigen Jahren erschien Steingarts Buch mit dem schönen Titel „Bastardökonomie“, das sein Verlag mit folgenden Worten ankündigt: „Nach der Krise ist vor der Krise. Vor einem staunenden Publikum türmen sich die Milliarden zu Billionen: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Kaum jemand kann noch verstehen, was mit unserer Wirtschaft los ist. Es geht uns gut, aber wir sind besorgt. Wir exportieren fleißig, aber die Verschuldung steigt. Wir helfen in Südeuropa, doch die Lage spitzt sich weiter zu. Wir tanzen in den Tempeln des Konsums und wissen längst, dass es so nicht weitergehen kann.“

Was ist mit unserer Wirtschaft, und was ist mit unseren Eliten los?

Was ist mit unserer Wirtschaft los – wir überschütten uns gegenseitig mit den Erzeugnissen unserer fleissig arbeitenden Ökonomien, und hoffen sie losschlagen zu können. Grosse Empörung löste die Idee Donald Trumps aus, die amerikanische Wirtschaft abschotten zu wollen, damit sich nicht Elendsbilder wie verfallende Stadtteile und Hochhäuser in Detriot, oder Zeltstädte in Los Angeles in Amerika ausbreiten. Das ist Protektionismus! Amerika soll doch einfach selber bessere Autos bauen. Dann sieht man die Elendsbilder woanders.

US-Konzerne, denen es nicht so schlecht geht, lagern ihr Geld lieber im Ausland, wie zum Beispiel Apple. Apples Geldreserven betrugen Ende September 268,9 Milliarden Dollar. Davon lagerten 94 Prozent außerhalb der USA, schrieb der FOCUS im Januar. Man muss ihnen großzügige Steuergeschenke machen, um sie dazu zu bewegen, doch wenigstens einen Teil dieses Geldes dem „Homeland“, den eigenen notleidenden Landsleuten zur Verfügung stellen, statt es weiter vollkommen ungenutzt aus Offshore-Konten liegen zu lassen. Was ist mit unseren Eliten los? „Elitenverwahrlosung, Nullzinsen und die neue Sicherheitsstrategie“ weiterlesen

Vorbereitung für einen Krieg?

Das Programm des Kultursenders ARTE, in dem man lange Zeit echte informative Hintergrunddokumentationen vorfinden konnte, die im Programm von ARD und ZDF entweder in tiefste Nachtstunden oder ganz in den Orkus verbannt worden waren, hat sich nun offenbar auch der Dämonisierung Russlands, mit Vorliebe in der Person Putins, verschrieben. Nach den jammervollen Machwerken vom 16.01. nun dieser Film mit dem Namen Stalingrad, der – natürlich – als Anti-Kriegsfim daherkommt. In einer Kritik in der ZEIT urteilte damals Andreas Kilb: „Joseph Vilsmaiers „Stalingrad“ ist kein Antikriegsfilm, sondern ein Kriegsfilm mit schlechtem Gewissen.“ Warum wird heute im Kulturkanal ARTE dieser Film wieder gezeigt, nach 25 Jahren? Warum dieser Film, der keine Moral hat, wie Kilb urteilte: „… eine Authentizität, die mit drei Tonnen Dynamit produziert wird, ist lächerlich, und eine Moral, die sich häppchenweise über einen Zweieinhalb-Stunden-Film verteilt, verfehlt ihr Ziel. Übrig bleibt ein Landserdrama, das wie die Quersumme aller existierenden Stalingrad-Geschichten wirkt. Denn Vilsmaiers Film hat nicht nur keine Moral, er hat auch keine Perspektive..“.

Alfred Müller von den Nachdenkseiten sieht hier die Vorbereitung eines Kriegs, und wenn man dazu erfährt, dass in Kiew legislative und „moralische“ Vorbereitungen getroffen werden („Russland ist der Agressor“), in den Donbass einzumarschieren, und dass Poroschenko wiederum auf der Münchner Sicherheitskonferenz erscheinen wird, um sich wohl Zustimmung und Rückendeckung zu holen sowie die Sprachregelung zu produzieren, unter der so eine „Operation“ dann der Öffentlichkeit verkauft wird, so verdichtet sich das Bild, und im Zusammenhang mit der gerade erst verkündeten „Nationalen Verteidigungstrategie“ des Weissen Hauses erst recht. Diese Orientierung, diese Ereignisse, diese mediale Begleitmusik verspricht nichts Gutes.

Jeder klar denkende Mensch weiss, dass es keine rationalen Gründe gibt, dass nicht wirklich eine Gefahr droht aus Russland, das ist vollkommen absurd, genauso absurd wie die Kriegslüge Hitler-Deutschlands vom Überfall auf den Sender Gleiwitz. Die wahren Hintergründe für den Drang Nazi-Deutschlands nach Osten lagen damals für jeden sichtbar auf der Hand, und genauso liegen heute die wahren Gründe für den Expansionsdrang der Nato und des diese ja benutzenden US-geführten Westens auf der Hand. Damals war es die „völkische“ Wahnsinnsidee des „Lebensraums im Osten“, den das deutsche Volk brauche, die „arische Herrenrasse“, und heute ist es der „Zugang zu Märkten und Ressourcen“, den die expansionsgierigen und stagnationsgequälten Ökonomien des Westens brauchen, bzw. vor allem deren Kapitalhalter, die verzweifelten Investoren, deren ins Absurde angewachsenen Kapitalmassen keine zufriedenstellenden Renditen mehr generieren können.

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Ein Kantischer Wertehorizont (aus: Die Grosse Digitalmaschinerie)

Die Frage, ob es die „bloße Technik“ ist, die die Epochen und die Lebensverhältnisse der Menschen bestimmt, zieht einen ganzen Strom von Fragestellungen nach sich. Wenn die Technik bestimmend ist, sind dann „wir“, die Menschen, also aufgeklärter Wille und informierte Öffentlichkeit oder moderne demokratische Institutionen, sind wir Menschen es dann nicht, die über unser Schicksal bestimmen? Ist unsere Geschichte dann determiniert? Verläuft sie nach einem von uns nicht festgelegten, uns nicht einmal bekannten Plan?

Umgekehrt stellt sich die Frage nach der Qualität, dem Ursprung oder der Gültigkeit des Orientierungswissens, wenn es doch der Mensch selbst sein soll, der in diesem Sinne die Zügel über sein Schicksal in der Hand hat. Wie gewinnen wir dann Gewissheit? Wie wollen wir sicher sein, dass wir nicht vielleicht heute einer Wahrheit oder Meinung unter vielen folgen, die sich morgen schon als Irrtum erweist? Dem Banner des „Sozialismus“ und den Versprechungen des „Arbeiter- und Bauernstaates“ sind Menschen der halben Welt gefolgt, über mehrere Generationen, und offenbar sind sie tragisch gescheitert; sie haben das von ihnen erhoffte Ziel nicht erreicht. Woran sind diese Menschen gescheitert: an mangelnder Technik? Oder waren die Idee, die Werte, die Orientierung „falsch“? War die Idee „richtig“, aber sie scheiterten an der „egoistischen Natur“ des Menschen, an mangelndem Willen oder fehlender sozialistischer Moral? Oder an mangelnden charakterlichen Qualitäten der politischen Führung, die sich durch den Besitz der Macht hat korrumpieren lassen? Woran liegt es umgekehrt, dass sich der Kapitalismus heute offenbar noch immer nicht überwinden lässt? Ist es ebenfalls fehlende „bloße Technik“? Soll er denn überwunden werden? warum? woher gewinnen wir Gewissheit, ob an diesem Kapitalismus etwas falsch ist, was wäre es, und wie ließe es sich gegebenenfalls korrigieren?

Die vorherrschende Wertorientierung des „Westens“ ist jedenfalls klar; der Westen versteht sich heute als „Wertewesten“, und betont bei allen politischen Entscheidungen mit einer gewissen Tragweite die gemeinsame Verwurzelung in einem Wertekanon. Sowohl die Europäische Union als auch die Erweiterungen der NATO finden ihre Legitimation in der Bezugnahme auf diesen Wertekanon, wie er etwa im Artikel 2 des Vertrages von Lissabon formuliert wird: „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte, einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Die Präambel des EU-Vertrages versteht das „kulturelle, religiöse und humanistische Erbe Europas, aus dem sich die unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte des Menschen sowie Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit als universelle Werte entwickelt haben“, als eine der Kraftquellen, aus der normative Kraft beim Beschluss zur Gründung der Europäischen Union zu schöpfen war.

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Alternative nur im Nirgendwo?

Heiner Flassbeck wirft der Linken (der Partei) und den Linken (als Strömung) vor, sie wisse nicht, wo sie hin will: will sie das System (den Kapitalismus) verändern, oder will sie ihn überwinden? Und das, diese Unentschlossenheit und Unklarheit habe äusserst fatale Konsequenzen: „Es gelingt dem gesamten konservativen Block einschließlich der AfD, den Eindruck zu erwecken, dass die einzig linke Partei von „linken Spinnern“ durchdrungen ist, die nichts Besseres im Sinn haben, als das „System“ zu überwinden und durch ein Nirwana zu ersetzen, das ungefähr so erfolgreich ist wie die ehemalige DDR.“ Und darum werden nicht sie gewählt, sondern etwa auch, neuerdings, die Afd. „Mit dieser Strategie wird man die Linke noch hundert Jahre bei zehn Prozent halten können. Wenn die Partei nicht begreift, dass die Träume von einem anderen System, das niemand kennt und niemand der großen Mehrheit der Bürger erklären kann, in der Politik nur Schaden anrichten. Denn die große Mehrheit will kein anderes System. Und sie hat damit vollkommen Recht.“

Ist das so? richtig ist, das ein „anderes“ System niemand kennt – wie alles, das eines Tages ganz frisch und neugeboren die Bühne betritt. Aber heisst das, das neue System liegt im Nirwana? und ist so erfolgreich wie die ehemalige DDR?

Was ist denn falsch am Kapitalismus, warum könnte man sich seine Überwindung wünschen? Wünschbar wäre eine Alternative aus vielerlei Gründen, die man durchaus klar benennen kann, und die z. B. Jürgen Habermas vor vielen Jahren als den Konflikt zwischen System und Lebenswelt bezeichnet hat. Der Kapitalismus steuert sich im wesentlichen durch das Medium Geld, nicht durch demokratische, vernunftgeleitete Diskurse. Das ist ein Mangel – allerdings keiner von dem man sagen könnte wie er denn nachhaltig zu beheben sei. Also führt diese Argumentation nur zur Möglichkeit der Zähmung, Kultivierung und politischen Kontrolle – so weit wie möglich.

Aber heisst das, der Kapitalismus lebt ewig? Einer der großen Verteidiger und Bewunderer des Kapitalismus, Joseph Schumpeter, hat bekanntlich die Frage, ob der Kapitalismus weiterleben kann, eindeutig beantwortet: „Nein, meines Erachtens nicht“.

Aber die Gründe, die Schumpeter genannt hat, waren im wesentlichen nicht die, die heute genannt werden, um eine „Überwindung“ des Kapitalismus zu begründen. Schumpeter glaubte, der Kapitalismus habe eines Tages seine geschichtliche Aufgabenstellung erfüllt. Die Aufgabenstellung bestand darin, die Bedürfnisse der Massen zu befriedigen, eines nach dem anderen. Die Menschen sollten nicht mehr unter Not und Mangel leiden wie noch im Feudalismus, wo über 70 Prozent der Bevölkerung auf den Feldern arbeiten mussten, nur um das tägliche Brot zu erwirtschaften, wo ein Buch ein Luxusgegenstand war, und die Kleider, die jemand im Schrank hatte, zu seinem Vermögen gezählt wurden.

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