Kleine Geschichte von Kapital und Arbeit

Kapital ist ein Tool. Ein Tool ist dazu da, Arbeit einzusparen: die notwendige Arbeit nimmt ab, und die Produktivität steigt.

Nur wenn jemand Buch führt über ein Tool, heißt es Kapital. Sonst heißt es Waschmaschine, oder Kneifzange. Wenn ein Tool Kapital ist, ist sein Produkt eine Ware, und soll Geld verdienen. Wenn es kein Kapital ist, soll es nur Arbeit einsparen, damit man die Wäsche nicht mit der Hand waschen muss, oder den Nagel mit den Zähnen aus der Wand ziehn.

Das erste Werkzeug war ein Allzweck-Tool, wie der Faustkeil, oder ein abgebrochener Ast. Dann wurden die Tools immer spezieller, zum Beispiel Amboss oder Säge. Dann wurden sie immer größer; Manufaktur oder Industriefabrik, und jede Industriemaschine in der Spezialfabrik ist ein Spezialmaschine, zum Beispiel eine Webmaschine. Ein Webmaschine kann eine Menge Arbeit einsparen, und es wurde immer mehr eingesparte Arbeit, bis die Maschine fast alle Arbet macht.

Der Automationsgrad in der ganzen Ökonomie steigt:

Was kann man denn überhaupt alles automatisieren?

Wenn die Fabrik eine Spezialfabrik ist, braucht man den Markt, damit das was sie herstellt, bei den Konsumenten ankommmt. Das ist ja der Sinn der Sache. Die Spezialfabrik gehört einem Kapitalisten, und soll Geld verdienen. Der Konsument arbeitet irgendwo und verdient Geld, und damit kauft er das was die Spezialfabrik herstellt. Und wenn jetzt der Automationsgrad 100 Prozent ist? Dann wissen alle nicht weiter.

Aber dann kam die IT. Mit der IT kam der programmierbare Automat, und das ist nun eine Universalmaschine. Statt der Webmaschine hat man nun eine Textilfabrik, die auf Anforderung Textilien aus Daten machen kann.

Und ab da waren die Märkte auch schon ziemlich zu, weil die meisten Leute alles haben, was seit der Industrialisierung erfunden worden ist. Ab jetzt hat die Spezialisierung mit hoher Produktivität und hohen Stückzahlen so recht keinen Sinn mehr. Jetzt werden die Tools immer mehr zu Universaltools: aus jeder Fabrik wird so eine Blackbox-Fabrik, die Dinge aus Daten machen kann. Das ist das wirklich Spannende an der Digitalisierung.

Wenn die Fabriken als Universaltools genügend universal sind, müssen sie kein Kapital mehr sein. Dann stehen sie bei niemanden mehr in den Büchern, und sie müssen kein Geld mehr verdienen. Dann gehören sie allen Leuten, die irgendetwas von diesen Fabriken gemacht haben wollen. Dann ist der Kapitalismus zuende.

Kapital und Arbeit

Menschen haben gewöhnlich keine Lust zu arbeiten, deshalb haben sie sich zuerst, als sie hergestellt worden waren, im Paradies aufgehalten, wo es alles umsonst gab. Aber da gab es ja dann Hausverbot. Die Menschen flogen raus, aber sie bekamen eine KI mit, eine App, den General Problem Solver.

Bei allem, was sie nun tun mussten, nachdem es nichts mehr umsonst gab, hat diese App gegrübelt, wie das leichter zu machen sein könnte. Ein Durchbruch war dann die Erkenntnis, dass fast alles leichter geht mit Tools. Der Mensch mit seiner KI im Kopf wurde zum Tool-making-Animal. Es teilen sich dann der Mensch und das Tool die Arbeit, weil der Mensch Arbeit abschieben kann auf das Tool.

Also arbeiteten die Menschen dann im Prinzip jeden Tag eine Stunde länger als notwendig, und in der Extrastunde bauten sie sich Tools. Die Stunde Arbeit für das Tool lohnt sich, wenn man auf das Tool mehr als eine Stunde Arbeit abschieben kann. Dahinter steckt ja nichts als Faulheit.

Dann erfand die KI das Rad, und das ist ja eine wichtige Voraussetzung für das Automobil. Jetzt überspringen wir mal ein paar Jahrtausende, und das Tool ist nun das VW-Werk in Wolfsburg. In diesem Tool steckt eine Menge Arbeit! Und es kann natürlich eine Menge Arbeit ersparen.

Ein anderes Tool ist die Schrift, und Bücher, in die man schreibt. Es gibt auch Bücher, in die man schreiben kann, wieviele Tools man hat. Man kann auch dazu schreiben, wieviel Arbeit es gekostet hat, diese Tools zu bauen. Dann rechnet man das alles zusammen, und kriegt eine Summe, und dazu, zum Rechnen, kann man auch ein Tool nehmen, eine KI zum Rechnen. Die Summe heißt Kapital, wie Caput: Kopf oder Haupt, also Hauptsumme.

Eine Fabrik ist also ein Tool, zum Arbeit einsparen, und wenn die Arbeit, die sie gekostet hat, in einem Buch steht, sagt man dazu Kapital. Kapital ist also dazu da, Arbeit weg zu machen.

Jetzt wird das immer mehr, was die Menschen und das Kapital zusammen bauen. Könnte das mal genug sein? 300.000 Autos im Jahr? Und was da sonst noch alles zusammen kommt aus diesen riesigen Tools, die in den Jahrtausenden gebaut worden sind?

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Bundesliga mit Tore-Limit

Angenommen, man stellt fest, dass Tore, die in der Fußballbundesliga geschossen werden, die Umwelt belasten. Man kann ausrechnen, dass in der Saison höchstens sagen wir 150 Tore geschossen werden dürfen, sonst überschreitet das den tolerablen Grenzwert. Wenn zu viele Tore geschossen werden, wird das Klima aufgeheizt, und dann schmelzen die Polkappen, und dem HSV steht bald das Wasser im Stadion bis zum Hals.

Wie kann man also dafür sorgen, dass nicht zu viele Tore geschossen werden, aber die Spiele trotzdem spannend bleiben, und die Mannschaft mit den meisten Toren deutscher Meister wird?

Kann man Kontingente verteilen? Dürfen die Mannschaften Torschussrechte einkaufen, die der DFB verkauft? Pfeift man die Bundesliga einfach ab, wenn das Limit erreicht ist? Erklärt man Spiele einfach für schöner und sehenswerter, wenn weniger Tore fallen? Gibt es Limits von Toren pro Spiel? Oder pro Mannschaft? Hmm.

An dem Beispiel sollte klar werden, dass die Idee, die erzielbaren Tore, die Leistung oder den Output insgesamt zu begrenzen, zu der Idee des Wettbewerbs nicht gut passt. Der Wettbewerb hat im Grunde keinen anderen Sinn, als aus jedem Wettbewerber das meiste herauszuholen. Wenn man das nun irgendwie begrenzen muss, steht man im Wettbewerb gleichzeitig mit dem Fuß auf dem Gas und auf der Bremse.

Genau so ist die Situation in unserer Wettbewerbswirtschaft. Hier ist die Idee des Wettbewerbs genau die, aus jedem Wettbewerber das meiste herauszuholen. Das meiste sind dann in der Regel die meisten Produkte pro Kopf einer Firma, oder pro Firma, und zum besten Preis. Der Sieger kriegt zwar keinen Pokal, aber den größten Marktanteil, und das meiste Geld in die Kasse.

Das hat lange bestens funktioniert, und der Wettbewerb hat (fast) alle reich gemacht, jedenfalls im großen Durchschnitt, oder in der Summe, per Saldo. Dazu ist die Wettbewerbswirtschaft erfunden worden, das Kapital, der Markt, der freie Unternehmer, und das Wirtschaften auf eigenes Risiko. The Winner takes it all! Warum nicht, wenn jeder der Gewinner sein kann, das ist doch in der Bundesliga auch so.

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