Der Sechste Kondratieff

Es klingt wie ein Adelstitel, der 6. Earl of Douglas, oder der 9. Duke of Wellington. Der 6. Kondratieff… und wie heiß wird er ersehnt! Dass er doch bald herab kommen möge zu uns, die Welt aus ihrem Schmerz zu erlösen, ja aus bitterster Not, hat sie den Tod durch Hunger und Durst doch schon nahe vor Augen… Denn es mangelt ihr an dem Nötigsten, an ihrem Lebenselixier, die Kammern und Reservoirs sind leer, es finden sich keine neuen, die man erschließen könnte, es ist eine wahres Grauen, denn was ihr so bitter nötig fehlt, hat auf dieser großen gottverlassenen Welt niemand mehr: es ist – etwas, das fehlt.

Aber ohne etwas, das fehlt, das wirklich Vielen fehlt, das alle an ihre Sparschweine stürmen lässt, um sie zu schlachten, oder an die Bankschalter, um einen Kleinkredit aufzunehmen, und das darum die Investoren jubeln lässt – gibt es kein Wachstum! Das ist doch das Lebenselixier dieser renditehungrigen Welt, und er, der 6. Kondratieff, der lange Verheißene, wird es ihr bringen. Wachstum! Hosianna!

Was hat man sich alles schon ausgedacht, was den 6. Kondratieff auslöst, und was er mit sich bringt. Ein Öko-Kondratieff! Ein Bio-Kondratieff! Ein Nano-Kondratieff! Ein Ganzheitliche-Gesundheit-Kondratieff!

Eine groß angelegte Trend-Analyse der „Allianz“ aus 2010 etwa fragte: „Markiert die Finanzkrise vielleicht die Geburt eines neuen 6. Wohlstandszyklus? Sind vielleicht die Bereiche Umwelt, Biotechnologie und Gesundheit die ökonomischen Kraftquellen von morgen? Können sie uns zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad führen?“

Na bitte – Gesundheit! Ein ganz neues Produkt, und ein vorher nie gekanntes Bedürfnis. Oder das Wissen, auch ein ganz neuartiges Produkt, das vielen gänzlich unbekannt geblieben war, und das nun ein intensives Verlangen auslöst: „Der Weg der Industriestaaten hin zu einer Wissensökonomie scheint bereits vorgezeichnet. Es ist daher wahrscheinlich, dass von ihnen auch der 6. Kondratieffzyklus ausgehen wird.“ Ein Wissensökonomie! Das muss ja einen explosiven Wachstumsschub auslösen, waren doch alle Ökonomien bisher Unwissensökonomien.

Der 6. Kondratieff ist der letzte Kondratieff

Nehmen wir es vorweg: Es könnte schon sein, dass ein 6. Kondratieff die Welt mit seiner Ankunft beglückt, und es könnte auch gar nicht mehr so lange dauern. Aber er dürfte seiner Advent-Gemeinde wenig Freude machen. Denn es könnte sein, dass er zwar eine Wachstumsperiode mit sich bringt, aber es wird eine sein, deren Zweck es ist, der Welt das Wachstum abzugewöhnen. No-Growth! Damit sie sich endlich an den Gedanken gewöhnt: sie ist ausgewachsen.

Nun muss sie auch noch ERwachsen werden, und reif. Sie muss lernen ihre irrationale Sucht zu überwinden, und sie muss erkennen, dass die Welt andere Schönheiten zu bieten hat, als Seen von Geld. Noch.

König Midas muss erwachsen werden, und erkennen, dass Gold nicht seinen Hunger stillen kann; die Welt muss erwachsen werden und ihren besinnungslos berauschten Tanz um das goldene Kalb beenden. Der 6. Kondratieff wird kommen um der Welt zu sagen: es gibt Wichtigeres und Größeres, als Seen von Geld.

Der Kondratieff der Allzweck-Automation

Nach so vielen großen Worten nun zu der Frage, was der 6. Kondratieff denn im Gepäck hat, um so große Dinge zu tun. Um dessen Bedeutung zu verstehen, lohnt es sich einmal anzuschauen, was die früheren Kondratieffs im Gepäck hatten. Es wird sich zeigen, dass es meist Erfindungen im Bereich der Fertigung waren, die neue Möglichkeiten auf der Konsumseite eröffneten, die also entweder bestehende Bedürfnisse besser befriedigten, nach Qualität oder Quantität, oder neue Bedürfnisse entstehen ließen. Es gab also meist Prozessinnovationen, die dann Produktinnovationen nach sich zogen.

So lassen sich die bisher fünf Kondratieff-Zyklen etwa auf die folgende Weise charakterisieren (obwohl auch andere Zusammenfassungen geläufig sind):

1. Kondratieff 1780 bis 1830: Prozessinovation: Dampfmaschine, Mechanisierung; Produktinnovation: Textilien, Bekleidung

2. Kondratieff 1830 bis 1880: Prozessinnovation: Eisenbahn, Logistik, Stahlproduktion; Produktinnovation: Massentransport (Personen und Güter)

3. Kondratieff 1880 bis 1930: Prozessinnovation: Elektrizität, Chemie, beginnende Industrieproduktion; Produktinnovation: beginnende Massenproduktion von billigen Konsumgütern

4. Kondratieff 1930 bis 1970: Prozessinnovation: hochindustrielle Fließband-Produktion, Petrochemie, Einzweck-Automation; Produktinnovation: Automobil, individuelle Mobilität, Massenkonsum

5. Kondratieff 1970 bis heute: Prozessinnovation: Informations- und Kommunikationstechnik, TIME-Technologien, flexible Automatisierung, Losgröße 1; Produktinnovation: Information und Kommunikation, kundenindividuelle Produkte

Dieser 5. Kondratieff war schon auf bisher unerklärte Art anders als seine Vorgänger, er dauert eigentlich schon zu lange, obwohl alle vier Kennzeichen, die nach Kondratieff eine Trendwende zu einem neuen Kondratieffzyklus einleiten, schon lange zu erkennen sind:

  1. Das Nutzungspotenzial der alten Basisinnovation ist erschöpft (Zyklus von ca. 40 bis 60 Jahren).
  2. Es besteht ein hoher Überschuss an Finanzkapital (versus Sachkapital).
  3. Es herrscht eine starke Rezessionsphase (Phase des Umbruchs).
  4. Es geschehen soziale/institutionelle Veränderungen

Das deutlichste Phänomen ist offenbar der extrem hohe Überschuss an Finanzkapital; die Finanzwirtschaft kreist um sich selber und bläht die Vermögenspreise auf, aber in der Realwirtschaft fehlen die Investitionen. Die einzigen nennenswerten und wichtigen Investitionen, die noch in die Realwirtschaft fließen, sind die, die dem „Mega-Trend“ Flexibilisierung folgen, und dem Konzept „Industrie 4.0“, und damit dem Hang der Unternehmen zur „resilienten Produktion“. Warum ist das so – es liegt ja eigentlich auf der Hand. Es ist so, wie die Unternehmer, die Marketing-Fachleute, die Investoren, und vor allen Dingen die Verbraucher selber feststellen, nur noch nicht die Ökonomen und die Politiker: die Massenmärkte sind gesättigt. Die Menschen haben genug von allem, jedenfalls die Wohlhabenden, die im oberen Drittel oder Viertel der Einkommensskala liegen. Sie sparen bis zu einem Drittel ihres Einkommens, Monat für Monat.

Und darum sind sie launisch geworden mit ihren Kaufbegierden, ihr Interesse an einem neuen Produkt flammt kurz auf, eine kurze schnelle Mode, ein Hype, und schon ist es wieder erloschen. Schon John Maynard Keynes hat dieses Konsumentenverhalten für die Spätphase des Kapitalismus erwartet, das dann die von diesen ausgesandten Kaufsignale immer unsteter und volatiler und schwerer entzifferbar werden lässt. Für den Investoren sieht das dann so aus: kaum hat er ein Produkt zur Marktreife gebracht, die Fertigung konzipiert, die Verträge für die Zulieferteile abgeschlossen, die Lieferlogistik ausgetüftelt, die Werbekampagne gestartet – das ist das neue Produkt schon durchgejubelt durch die Märkte. Das Risiko, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen und dafür eine teure Fertigung auf die Beine zu stellen, wird unkalkulierbar hoch.

Was ist da die Lösung – die „resiliente Produktion“. Das ist eine Fertigungsanlage, die diese kurzen Produktlebenszyklen überlebt, weil sie nämlich nach deren Ableben einfach auf das nächste Produkt umgestellt werden kann. Und dieser Trend beherrscht – was eigentlich unter diesem Umständen kein Wunder ist – die gesamte industrielle Produktion, mit Schwerpunkt natürlich auf der Konsumgüterbranche. Während im Zeitalter der frühen Industrialisierung, zur Zeit der Einzweck-Automation, hohe Produktivität durch hohe Standardisierung und dadurch minimale Stückkosten das Winner-Thema waren, ist im Zeitalter der Allzweck-Automation höchste Flexibilität, schnellste Umrüstung der Produktionsanlage und hohe Kundenindividualität mit der Kapazität zur Fertigung in der Losgröße 1 – dem industriell gefertigten Einzelstück – das Winner-Thema.

Möglich wird dies alles durch die Digitalisierung der Produktion. Je höher der Anteil der maschinellen, also digital gesteuerten Fertigung, um so höher die Flexibilität. Denn einen digitalen Automaten muss man nur umprogrammieren, einen Menschen aber muss man umlernen oder umschulen, und das womöglich Jahre lang.

Die neue Basis-Innovation kommt ohne neuen Basis-Kaufrausch

Die neue Basis-Innovation wird also sein: die Viel- oder sogar Allzweck-Automation. Aber wird diese Prozess-Innovation neue Bedürfnisse wecken, den Menschen neue Angebote machen, die sie in die Verkaufsräume treibt oder ins Internet, in die digitalen Show-Rooms, um Kaufverträge zu unterschreiben? Es sieht eigentlich nicht so aus. Diese neue Basis-Innovation hat ja schon die Sättigung der Bedürfnisse der Massen, der Massenmärkte als Geburtshelfer. Sie ist nicht dazu da, etwas Neues hervorzubringen, das den Menschen ein Leuchten ins Gesicht zaubert, sondern sie ist dazu da, all das, was es schon gibt, möglichst von ein und derselben Maschinerie herstellen zu lassen.

Und damit verwandeln sich tiefgreifend die grundlegenden Strukturen der industriellen Produktion. Wenn man einmal durch die frühen Industriegebiete der Großstädte wandert, wird man feststellen, dass die frühen Industriefabriken sich hochgradig spezialisiert hatten, und ihren ganzen Betrieb, ihre Anlagen und Gebäude, ihren Maschinenpark, ihr Personal, ihre Geschäftsbeziehungen und ihre Kundenstruktur auf ein ganz spezielle Produktangebot abgestimmt hatten. Jeder bemühte sich, ein Produkt oder eine Leistung anzubieten, die ihm keiner streitig machen konnte, weil er auf dem Gebiet der Einzige und der Beste war. Es brauchte oft Jahrzehnte, so eine Kapazität nach und nach aufzubauen, das Know-How zu sammeln und zu pflegen, die Anlagen zu installieren, das Personal anzulernen, zu motivieren und bei der Stange zu halten.

Je weiter die Fertigung aber digitalisiert wird, ist das mehr oder weniger alles hinfällig. Es gibt heute schon die Möglichkeit, zum Beispiel Möbel so zu fertigen, dass es gleichgültig ist, ob ein Möbelhändler, der Hersteller der Fabrikationsmaschinen oder ein traditioneller Möbelhersteller die Möbel vertreibt. Die eigentliche Herstellung und alles dazu notwendige Know-How steckt in den Maschinen, bzw. der sie steuernden Software. Eine einzige Anlage kann x-beliebige Möbel herstellen, solange sie innerhalb eines bestimmten Rahmens von Variationsbreite bleiben, der durch Meta-Designs der Möbel festgelegt ist, die die Maschine bzw. das ganze produzierende System beherrschen. Damit bietet sich aber schon hinreichender Spielraum, um etwa die durchschnittlichen Wünsche einer Kleinfamilie durchaus abzugedecken.

Der große Trend dieser Basis-Innovation ist also der: Digitalisierung der Fertigung, damit Flexibilisierung der Fertigung, und damit Automatisierung der Fertigung; ermöglicht wird dies durch die Entkopplung von Fertigung und Design. Das heißt: Ein Produkt besteht aus seinen Daten, die masselos und sekundenschnell um die Welt verschickt werden können, während die Fertigung nahezu beliebige solcher digitalen Produktmodelle in physische Produkte umsetzen kann, dezentral, und möglichst lokal, nahe beim Kunden bzw. Konsumenten.

Mit diesen Komponenten der neuen Basis-Innovation kommen aber noch weitere Trends zur Ausprägung, die erst erkennbar werden, wenn man die Brennweite des Blicks ändert, von der Betriebswirtschaft zur Volkswirtschaft, vom einzelnen Betrieb zu seinem Funktionieren in der Volkswirtschaft. Wenn man auf das einzelne Unternehmen schaut, sieht man, es wird „intelligent“, es werden immer größere, komplexere, „intelligentere“ Bereiche der Leistungserstellung von Maschinen übernommen, die nun nicht mehr nur die bisherige prozedurale Programmierung von betrieblichen Funktionen in Software umfassen, sondern auch KI-Technologien. Dennoch bleibt das übergeordnete Prinzip, das Leitbild der Fabrikorganisation: die gleichzeitig produktive wie flexible oder universale Fabrik der Zukunft. Die Basis-Technologie ist die Digitalisierung der Fertigung, die Kommunikation und der Fluss der Daten im weltweiten Netz, und die lokale, dezentrale Produktion.

Und damit wächst die Möglichkeit für die Unternehmen, Netzeffekte zu nutzen, und damit wächst die Gefahr der Monopolbildung: the Winner takes it all. Der erste Anbieter, der mit einem ausgereiften System von Fertigung auf kundenindividuelle Anforderung durch Bestellungen aus dem Internet am Markt aufgetaucht ist, ist der Gewinner. Die Macht des globalisierten heimatlosen Kapitals, der illokutionären Geldseen wird dann auch dadurch noch einmal gefährlich vergrößert.

Die Geldseen austrocknen

Was kann man tun? Bisher hat man geglaubt, es gehe in der großen Politik um Gerechtigkeit, um das Herstellen von Ausgleich, sozialem Frieden und sozialer Gerechtigkeit durch politische Maßnahmen, wie typischerweise die progressive Einkommenssteuer, oder durch Bildungs- und Sozialpolitik, und durch die an politischem Kräfteausgleich zwischen Kapital und Arbeit interessierte Arbeit der Gewerkschaften. Dies ganze Szenario wird aber mit dem Zunehmen der Macht der Geldseen, des globalisierten Finanzkapitals einerseits, und dem Schwinden der Arbeit durch die Digitalisierung, durch den technischen Fortschritt andererseits, immer vollständiger obsolet. Das Thema des sozialen Ausgleichs, das klassische Thema der Sozialdemokratie in ganz Europa und in ähnlicher Weise auch den USA, wird hinfällig. Das heißt aber nicht, dass der Klassenkampf vorüber ist. Das bedeutet, wie Warren Buffett einst in entwaffnender Klarheit feststellte: er, und seine Klasse der Kapitalisten, gewinnen ihn.

Was soll und kann man also nun tun? Nun: das Thema darf dann nicht mehr Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit sein, also Umverteilen, sondern: den Zufluss der Werte in die Geldseen an der Quelle verschließen, den Hahn abdrehen. Die Fabriken, in denen die Werte geschaffen werden, die in die Geldseen strömen, können und müssen nun, nachdem sie digitalisiert worden sind, den Menschen, dem Volk, den Produzenten, den Arbeitern, den Konsumenten, den Prosumenten selber gehören. Geld, das in die Geldseen fließen könnte, entsteht so erst gar nicht. Stattdessen entstehen Güter, reale Werte, nützliche Dinge, die nichts kosten, oder fast nichts. Eben grad so viel, wie die reinen Herstellungskosten betragen, und die können immer weiter sinken, je weiter der technische Fortschritt und die Automation voranschreiten, bis die Kosten bei Null angelangt sind. Negativ können sie allerdings nicht werden, im Gegensatz zu den Zinsen!

Wenn die Dinge nichts mehr kosten, ist die Welt reich, ohne Geld. Und die Geldseen sind trocken, und der Tanz um das Goldene Kalb ist beendet.

Tatsächlich ist dies erst dann möglich, wenn die wertschöpfenden Prozesse, die die Quellen der Geldseen darstellen – solange eben noch Waren produziert werden – so aussehen, wie sie nun gerade im Werden begriffen sind. Erst wenn die Dinge wirklich für den „eigenen“ Bedarf produziert werden, nicht für den Markt, ist so etwas möglich, ohne in der DDR zu landen, ohne Verluste an Effizienz, ohne das Ziel der Pareto-Optimalität aufzugeben. Und es sollen ja keine Ressourcen verschwendet werden, und es soll auch jeder Konsument so gut gestellt sein, dass man niemanden besser stellen könnte, ohne einen anderen schlechter zu stellen. Das ist die Definition des Pareto-Optimums. Das ist ja OK. Aber: die Geldseen müssen austrocknen. Und: wenn einer gut genug gestellt ist, muss er auch sagen können, es reicht, ich bin zufrieden, ohne dass der ganze Laden zusammenbricht, die Wirtschaft ohne Wachstum kollabiert, und umkippt, wie ein Fahrrad, das nicht fährt.

Darum geht es, im 6. Kondratieff. Es wird eine riesige Investition, die Produktionsstrukturen in ganzen Volkswirtschaften in diesem Sinne umzubauen. Aber die Buffetts und Finchs und seine Blackrock-Investoren werden darüber dennoch nicht glücklich sein: denn diese Investition wird ihre Geldseen zum Austrocknen bringen. Und ihnen sind die Geldseen wichtiger als alles andere in der Welt; sie wollen, wie der König Midas, alles in Gold verwandeln, was sie anfassen, und hoffen darauf, dass zum Essen und Trinken schon noch genug für sie übrig bleiben wird.

Aber das wird, so ist zu befürchten, nicht so sein. Schon gibt es neue Horrormeldungen vom Klima; der Meeresspiegel steigt deutlich schneller als befürchtet. Und die vage Hoffnung, dass sogar der Klimawandel selber in einen 6. Kondratieff einmünden könnte, indem man sauberer und ungiftiger Umwelt Preisschildchen umhängt, sodass privatisierte Anteile an gesundem Klima sich in Geld verwandeln und damit in die Geldseen umleiten ließen, ist vollkommener Irrglaube. Es gibt kein grünes Wachstum.

Es bleibt nur diese eine Möglichkeit, die Geldseen auszutrocknen. Und darum wäre es eine gute Idee, diese Möglichkeit zu nutzen, bevor die Leben spendenden Süsswasserseen der Welt austrocknen, wie wohl bald in Südafrika, und die Meere so weit ansteigen, dass sie das Leben in den küstennahen Gebieten vernichten.

Berge von Gold und der Inbegriff von Wertlosem, die Scheiße, haben sich auf dieser Welt und in der Geschichte der Menschheit wohl noch nie so nahe beisammen befunden, wie in dem diesen Zusammenhang versinnbildlichenden Kunstwerk, in Trumps rein goldenem Klo. Der Kapitalismus muss alle Ressourcen, alle Werte der Natur, am Ende sogar noch das Wasser, in wertlose unverdauliche Reste verwandeln, in Scheiße, um daraus Gold zu machen. Dieses kapitalistische WC-Turnier, das Produzieren von Scheiße um die Wette, um daraus goldene Klos zu machen, werden wir beenden müssen.

Nicht das Gold ist heilig, nicht das Goldene Kalb ist heilig, die Schöpfung ist heilig, Mensch und Natur, und das Lebensrecht jedes Menschen, der auf dieser Welt erscheint. Wir sollen diese Welt zu einer willkommenen Heimat für alle Menschen machen, sagte der Papst Johannes-Paul der Zweite einmal.

Heimat, sagte auch Ernst Bloch. Darum gehts jetzt, im 6. Kondratieff. Das ist etwas Großes.

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